Kinder, Familie und Bildung

Kindergerechte Stadtentwicklung. Für alle. Für dich.

Ziel ist eine „sichere Stadt für Kinder“, was u.a. die Schaffung sicherer Verkehrswege einschließt. Freie Gehwege und übersichtliche Kreuzungen sind notwendig. Daher fordern wir die konsequente Umsetzung aus dem Sicherheitsaudit.

Ein stadtweiter Wegeplan für ein sicheres Kinderwegenetz (Fuß, Roller, Fahrrad) zu allen öffentlichen Einrichtungen (Kitas, Schulen, Schwimmbad, Vereine, etc.) ist erforderlich. Auch sichere stadtteilverbindende Wege sind umgehend zu planen.

Jeder Stadtteil benötigt neben sicheren Wegen auch hochwertige Spielflächen. Uns ist es sehr wichtig, in Zusammenarbeit mit den Kinderbeauftragten und im direkten Gespräch mit Kindern und Jugendlichen, die Spielplätze in den Stadtteilen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Auch müssen hierbei Spiel-, Sport- und Freizeitflächen für Jugendliche mitgeplant werden. Je nach Einwohner:innenzahl eines Stadtteils sollen neue Spielplätze (mit barrierefreien Möglichkeiten) errichtet werden.

Familien umfassend fördern, damit sich jedes Kind entfalten kann.

Zu einem freien Leben gehört auch Chancengleichheit und die Abwesenheit von existentiellen Sorgen und Ängsten sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Wir setzen uns für eine frühe Förderung aller Kinder in Heidelberg sowie für eine bedarfsangepasste Unterstützung berufstätiger Eltern ein. Eine frühe Förderung ist entscheidend für Bildungsgerechtigkeit. Zudem ist eine frühe sprachliche Förderung von enormer Wichtigkeit, um Lerndefiziten vorzubeugen. Bedarfsangepasste Betreuungsmodelle und -zeiten unterstützen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Unser Ziel sind kostenlose Krippen-, KiTa- und Hort- Plätze für alle Kinder in Heidelberg und dies unter Wahrung hoher Qualitätsstandards.

Auf dem Weg dorthin muss darauf geachtet werden, dass die freie Kita-Wahl nicht vom Einkommen der Eltern abhängt. Das Vorschulkindergartenjahr muss umgehend gebührenfrei gestellt werden und in jedem Stadtteil muss eine 105%ige Abdeckung gewährleistet sein.

Die größte Gruppe, welche Heidelberg verlässt, sind junge Familien. Der Grund ist oft, dass keine passenden und bezahlbare Wohnungen vorhanden sind. Dies werden wir ändern, indem wir den bereits beschlossenen 30% geförderten Wohnraum bei Neubauten, auch eine signifikante Quote für familiengerechte Wohnungen im städtischen Baurecht festschreiben werden.

Durch das neue Wohngeld Plus der SPD-Geführten-Bundesregierung hat nun eine vierköpfige Familie mit bis zu ca. 5000€ Brutto-Monatseinkommen Anspruch auf Wohngeld. Dadurch erhält sie den Heidelbergpass inkl. der kostenlosen Betreuung der Kinder. Durch Werbekampagnen möchten wir alle Anspruchsberechtigten darauf aufmerksam machen.

Es gibt viele Fälle, in denen Menschen wegen ihres geringen Einkommens und Vermögens zwar einen Anspruch auf staatliche Unterstützung haben, diese Leistungen aber nicht beantragen. Diesen Menschen möchten wir eine feste Anlaufstelle bieten, die Hilfe in Anspruch zu nehmen, die ihnen zusteht – frei von Scham, Angst, sprachlichen und bürokratischen Hürden.

Heidelberg-Pass, Heidelberg-Pass+ und Ferienpass sind gute Beispiele, wie Menschen in ökonomisch schlechteren Verhältnissen eine soziale Teilhabe ermöglicht werden kann. Wir wollen, dass diese Leistungen allen anspruchsberechtigten Menschen ohne großen Aufwand zur Verfügung stehen. Deshalb werden wir hier eine digitale Karte einführen um z.B. auch kostenpflichtige schulische Angebote diskret abrechnen und wahrnehmen zu können.

Viele Menschen haben in ihren vier Wänden nicht genügend Platz, um persönliche Anlässe und Feste auch in größerem Rahmen begehen zu können. Für Kindergeburtstage, runde Geburtstage und ähnliche Feiern wollen wir daher in Quartierszentren einen Platz bieten. Bürger:innen sollen diese unkompliziert und kostengünstig anmieten können.

Schaffung von deutlich mehr preisgünstigen Krippenplätzen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf!

Um Familien finanziell zu entlasten fordern wir, dass der weitere Ausbau
an Krippenplätzen zu Erreichung einer Betreuungsquote von aktuell ca. 50 auf 70 Prozent erreicht wird. Dies soll ausschließlich über die Neuschaffung städtischer Einrichtungen und Träger, die sich an die Gebührenstruktur der Stadt Heidelberg halten, geschehen.Drüber hinaus setzen wir uns für bedarfsorientierte Lösungen der inklusiven Betreuung eines jeden Kindes ein.

Girl Power für Heidelberg: mobiler Mädchentreff

Aktuell gibt es lediglich zwei zeitlich begrenzte Angebote für Mädchen in den Heidelberg Kinder- und Jugendtreffs. Diese können den Bedarf nach Safe Spaces für Mädchen allerdings nicht abdecken. Viele Mädchen sehnen sich nach Orten, die nur für sie da sind und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Oft sind zentrale Freizeitangebote wie z.B. Skateboardanlagen und Basketballplätze fest in Jungenhand. Deswegen soll ein mobiles Angebot der Mädchenarbeit, welches per Bus durch die Heidelberger Stadtteile zieht, eingerichtet werden. Dies kann sich beispielsweise am Spielmobil oder vergleichbaren pädagogische Angeboten anderer Städte (z.B. München) orientieren.

Gleiche Bildungschancen für alle

Das Aufstiegsversprechen durch Bildung gehört von Anbeginn zu einer der zentralen Forderungen der SPD.

Das Angebot von Päd-Aktiv e.V. hat sich an Grundschulen als Erfolgsmodell für die Ganztagesbetreuung und die Unterstützung bei den Hausaufgaben bewährt. In immer mehr Familien arbeiten beide Elternteile. Aus diesem Grund, aber auch um alleinerziehende zu unterstützen, sollte dieses Modell auf die Klassenstufen 5 bis 7 ausgeweitet werden. Eltern haben dann die Möglichkeit, individuell eine Betreuungs- und Unterstützungsdienstleistung für ihre Kinder am Nachmittag zu buchen. Dies trägt wesentlich zum schulischen Erfolg bei und ist ein wichtiger Baustein zur Herstellung von Chancengleichheit und zur Unterstützung von Familien und Alleinerziehenden. Dank einer Initiative der SPD ist dieses Angebot für Familien mit einem Heidelbergpass+ kostenfrei.

Vereine beklagen Mitgliederschwund und mangelnde Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement. Wir fordern daher, Heidelberger Vereine an der Ganztagesbetreuung in den Schulen stärker zu beteiligen und so Win-Win-Situationen entstehen zu lassen.

Schon seit 15 Jahren ist das Heidelberger Unterstützungssystem Schule (HÜS) ein Angebot für leistungsschwächere Kinder und Jugendliche, das den Schulunterricht nicht ersetzt, sondern begleitet. Es ist aus der Heidelberger Schullandschaft nicht mehr wegzudenken. Wir möchten dieses Erfolgsmodell auf die beruflichen Schulen erweitern. Ein angepasstes Modell der Unterstützung für junge Erwachsene ist hier notwendig, damit mehr Menschen die Berufsausbildung erfolgreich abschließen können.

Kinder und junge Erwachsene profitieren von der Arbeit multiprofessioneller Teams und von der Schulsozialarbeit. Deshalb werden wir die Investitions- und Sachkostenzuschüsse überprüfen und an die Bedarfe anpassen, indem wir an Schulen mit erhöhtem Förderbedarf die Schulsozialarbeit sowie die Einstellung von Schulpsychologen und Familienhelfer weiter voranbringen.

Heidelberg braucht mehr Nachwuchs in den sozialen Berufen. Der hohe Druck auf dem Mietmarkt tut sein Übriges, dass unsere Stadt für junge Leute in Ausbildungsberufen nicht attraktiv erscheint. Wir wollen daher, dass jede städtische Kindertageseinrichtung nach dem PiA-Modell (Praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher) ausbildet. Dadurch erhalten die Auszubildenden von Anfang an ein attraktives Ausbildungsgehalt und eine Ausbildung bei der Stadt Heidelberg wird gegenüber einem anderen Standort attraktiver. Doch auch das PiA- Modell oder das neue „Direkteinstieg Kita“-Programm funktionieren nur, wenn Kitas ausreichend Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Hier muss die Stadt Heidelberg Anreize für Kitas setzen, Ausbildungsplätze anzubieten.

Um den Zusammenhalt in unserer Stadt, aber vor allem in den einzelnen Stadtteilen zu fördern, sind Gemeinschaftsräume enorm wichtig. In diesen Räumlichkeiten sollen Personen miteinander in Kontakt kommen, aber auch Feierlichkeiten stattfinden können.

Die Schulen der Zukunft – digital und kreativ!

Eine große, auch finanzielle, Herausforderung wird die weitere transparente Umsetzung unseres Schulsanierungskonzepts in enger Abstimmung mit den Schulen, Schüler:innen, Azubis, Eltern und Erziehungsberechtigten sein. Dessen dauerhafte Finanzierung unser Ziel ist. Bei der Planung der Baumaßnahmen werden wir großen Wert auf die Einbeziehung digitaler Anforderungen an die Schule von morgen legen. Das 21. Jahrhundert muss auch in der schulischen Raumgestaltung spürbar werden. Lernateliers, Makerspace Werkstätten, offene Räume und Ruhezonen sollen es Schülerinnen, Schülern und Lehrenden ermöglichen, flexibel und bedarfsgerecht zu agieren. Wir werden nach Lösungen suchen, um dies auch bei denkmalgeschützten Schulen zu ermöglichen.

Lebensraum Schule

Schule ist heute mehr als nur ein Ort zum Lehren und Lernen. Sie wird immer mehr zum Lebensraum. Es ist wichtig, dass wir die Zusammenarbeit mit Sport- und Jugendvereinen, der Volkshochschule, den Theatern, der EXPLO, dem ADFC und der Musik- und Singschule, sowie weiteren Einrichtungen und Firmen, weiter fördern.  Einen neuen Schwerpunkt werden wir auf Projekte mit freischaffenden Künstler:innen legen.

Genauso wichtig, wie Gestaltung der Klassenzimmer, ist die Gestaltung von Schulhöfen. Schüler:innen sollen die Möglichkeit haben, ihre Pausen an der frischen Luft durch attraktive Spiel- und Erholungsmöglichkeiten aktiv gestalten zu können. Daher ist eine verpflichtende Begrünung, Entspannungsecken sowie Spielmöglichkeiten von enormer Wichtigkeit, um eine erholsame Pause für alle zu ermöglichen. Zudem sollen Schulen mit besserem Spielmöglichkeiten, was den Zeitvertreib in den Schulpausen angeht, ausgestattet werden (Klettergerüsten, Fußballtoren etc.). Die Schüler:innen sollen zudem in alle diese Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden.

Frühstück, Mittagessen, Förderprogramme, Elternberatung – all das findet auch in der Schule statt. Daher ist es uns wichtig, Schulen in enger Zusammenarbeit mit dem Kollegium, Schüler:innen, Azubis und den Eltern weiterzuentwickeln. Dafür sind multiprofesionelle Teams, bestehend aus Schulsozialarbeit, Schulpsychologe, Familienhilfe, Berufsberatung u.a. notwendig.

Barrierefreiheit in allen öffentlichen Schulen und Kitas muss gewährleistet sein. Die energetische Sanierung ist ebenfalls zu berücksichtigen. Eine störungsfreie Unterrichtssituation erfordert moderne Lüftungsanlagen. Hierzu gehört auch, dass jedes Kinder in der Schule die Möglichkeit zu einem gesunden Frühstück erhält.

Schulen müssen sich der Stadtgesellschaft öffnen, um diese zur Belebung des Nachmittags in die Schule zu integrieren. Dies beinhaltet öffentliche Lernräume mit entsprechender Ausstattung und kleine Stadtteilbibliotheken. Außerdem sollen offene Lernräume für selbstständiges Lernen am Nachmittag geschaffen werden sowie Möglichkeiten für Vereine, z.B. Sportvereine und Ehrenamtliche, ihre Angebote vor Ort am Nachmittag anzubieten, um kurze Wege für die Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen.