Wir wollen die Planung einer nachhaltigen, an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren Stadtentwicklung für Heidelberg vorantreiben. Die verschiedenen Perspektiven der Stadtgesellschaft sind in diesem Prozess regelmäßig angemessen zu berücksichtigen.
Für die nachhaltige Stadtentwicklung müssen die Möglichkeiten der Digitalisierung der Stadtverwaltung – auch und vor allem im Kontakt mit Büger:innen und Unternehmen – umfassend genutzt werden. Die Digitalisierung ist dabei an den Nachhaltigkeitszielen insgesamt auszurichten. Für eine nachhaltige Stadtentwicklung muss der Ausbau der Infrastruktur für den ÖPNV ebenso wie den Güterverkehr mit hoher Priorität und vor allem als Teil eines ganzheitlichen Entwicklungsplanes umgesetzt werden. Dabei legen wir besonderen Wert auf folgende Maßnahmen:
Achtsamer Umgang mit unserer Stadt, damit Lebensqualität erhalten und spürbar erhöht wird.
Heidelberg wächst! Mit Bahnstadt, Mark-Twain-Village, Campbell Barracks, US-Hospital sowie der Entwicklung von Patrick-Henry-Village wird Heidelberg nach Fertigstellung der Baumaßnahmen über 17.000 neue Einwohnende verfügen.
Dieses Wachstum erfordert verantwortliches Handeln. Wir möchten Flächen effizient nutzen und Versiegelung minimieren. Wo es möglich ist, wollen wir Flächen entsiegeln und bepflanzen. Gleichzeitig stehen wir dazu, auch die Stadtverwaltung mit wachsen zu lassen. Nur so können wir als Stadt attraktiv für Mitarbeitende und Bewerber:innen sein.
Achtsamer Umgang mit unserer Stadt ist die Devise. Schon jetzt ist zu erkennen, dass mit der steigenden Zahl der Einwohnenden der Anspruch an öffentlichen Raum und Flächen zur Freizeitgestaltung aller Art wächst. Leitidee unserer Stadtpolitik der nächsten 5 Jahre ist daher: Lebensqualität in den Stadtteilen und in der Stadt erhalten und für alle spürbar erhöhen. Im Zuge dieses Vorhabens wollen wir beispielsweise in jedem Stadtteil auf zentralen Plätzen Trinkwasserbrunnen und mobile Wasserzerstäuberanlagen errichten. Aber auch gepflegte, ansprechende Plätze, Wege und Grünflächen zur attraktiven Freizeitgestaltung aller Generationen müssen in den Stadtteilen gemeinsam mit den Bürger:innen konzipiert werden. Darüber hinaus sollen „Schwätzbänkle“ mit einem Parkplatz für Rollatoren zum Verweilen und zum Austausch zwischen den Generationen einladen.
Als weitere Maßnahme möchten wir die Zustellung von Paketen in der Altstadt durch Lastenräder und Mikro-Depots gemeinsam mit den verschiedenen Paketdiensten ermöglichen. Nach einer Evaluation der Umsetzung soll dieses Modell in anderen Stadtteilen für die Zustellung auf der letzten Meile getestet werden.
Stadtpark Airfield: Für eine attraktive Naherholungsfläche im Süden der Stadt.
Darüber hinaus wollen wir – mit Blick auf die ganze Stadtgesellschaft – einen Stadtpark mit einem ökologischen Badesee auf dem Airfield zwischen Pfaffengrund, Bahnstadt, Kirchheim und künftig auch Patrick-Henry-Village verwirklichen. Auf den fast 16 ha kann ein vielfältiges Angebot zur Freizeitgestaltung zur Verfügung gestellt werden. Hier sehen wir dabei ein enormes Potential, auch ein breit gefächertes Angebot für junge Menschen anzubieten. Beispiele hierfür könnten eine Skatebahn auf dem Rollfeld, ein Badesee, Feierlocations im Hangar oder Grillplätze zum Chillen sein. Gemeinsam mit den Bürger:innen gilt es, diesen Park zu entwickeln. Ein neues Angebot an dieser Stelle für Kultur, Sport und Erholung steigert die Lebensqualität.
Die Verknüpfung des Konzepts des Landwirtschaftsparks mit der Stadtparkidee wird auf lange Sicht das gesamte Gelände als Naherholungsgebiet sichern.
Neckar erlebbar machen
Mit den Neckarorten ist in den letzten Jahren an einigen Stellen die Stadt wieder an den Fluss gerückt. Dieses Konzept gilt es fortzusetzen und noch mehr Neckar-Erlebnisorte zu schaffen. Die Idee, die Uferzonen zwischen Alter Brücke und Neuenheimer Feld / Zoo weiter zu einer durchgehenden Promenade auszubauen, unterstützen wir weiterhin. Am Ende der Promenade soll ein neuer Eingang den Heidelberger Zoo näher an die Stadt bringen und so Teil einer Naherholungsroute am Fluss sein. In Richtung Osten, von der Alten Brücke bis Ziegelhausen, sollte der alte Treidelpfad direkt am Neckar wieder aufgebaut werden. Hier fehlt ein Stück von 950 Metern zwischen Haarlass und Stiftsmühle.
Nachnutzung für Galeria Kaufhof am Bismarckplatz
Mit der Schließung des Galeria Kaufhof am Bismarckplatz stellt sich die Frage nach der Nutzung dieses großen Gebäudes. Wir wollen eine Überführung des Grundstücks in städtische Hand prüfen. Wir wollen uns hierbei an kreativen Nutzungsmöglichkeiten orientieren. Als Vorbild sollen hier etwa das Hamburger “Jupiter” dienen, ein ehemaliges Karstadt-Sport-Gebäude, das nun mit dem Projekt „Frei_Fläche” zu äußerst niedrigen Mieten Flächen für Kreative bietet. Auch eine Mischnutzung mit Büroflächen, Einzelhandel, Gastronomie und Wohnungen, wie es im ehemaligen Karstadt in Frankfurt geplant ist, wäre denkbar.