Heidelberg ist die jüngste Stadt Deutschlands.
Daraus erwächst eine besondere Verantwortung unserer Politik, Sichtweisen und Anliegen junger Menschen bei Entscheidungen zuzuhören, diese ernst zu nehmen und sie in Prozesse einfließen zu lassen – am besten durch Partizipation der jungen Menschen selbst.
Mehr Freiräume, mehr Entfaltung
Zwar hat Heidelberg auch schon tolle Orte, um sich aufzuhalten: schlendern in der Hauptstraße, feiern im Karlstorbahnhof oder einkehren in eines unserer zahlreichen Restaurants und Cafés. Allerdings sind all diese Angebote kommerziell. Gerade junge Menschen brauchen aber konsumfreie, nicht-kommerzielle Räume in der Stadt, um sich entspannt mit Freund:innen zu treffen und sich zu entfalten. Deshalb wollen wir in allen Stadtteilen konsumfreie Treffpunkte schaffen, an denen sich junge und ältere Menschen gleichermaßen wohl fühlen. Wir wollen die Aufenthaltsqualität an allen Plätzen in den Stadtteilen prüfen und diese entsprechend aufwerten.
Wir setzen uns gemeinsam mit dem Jugendgemeinderat ausdrücklich für die Weiterführung und Verstetigung des maßgeblich von der SPD etablierten Fördertopfs „Jugendkultur Heidelberg“ ein, um jungen Menschen niedrigschwellig die Verwirklichung ihrer Projekte zu ermöglichen.
Mit den Jugendzentren in unserer Stadt gibt es bereits solche Räume. Wir wollen dieses Angebot beibehalten und weiterentwickeln. Darüber hinaus wollen wir, dass die Jugendzentren noch besser die Vielfalt der Jugendlichen (Migration, Inklusion, LGBTIQ+) gerecht wird und entsprechende Angebote entwickeln.
Stadtpark Airfield
16 Hektar – so groß ist eine der größten ungenutzten Flächen in Heidelberg: das Airfield. Wir wollen das Airfield den Bürger:innen als Stadtpark zur Verfügung stellen. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gilt es, diesen Park zu entwickeln. Zur finanziellen Unterstützung könnte eine Bewerbung zur Landesgartenschau beitragen. Die Verknüpfung des Konzepts des Landwirtschaftsparks mit der Stadtparkidee wird auf lange Sicht das gesamte Gelände als Naherholungsgebiet sichern.
Wir feiern Heidelberg – sicher und mit Verantwortung
In unserer Stadt treffen verschiedene Interessen aufeinander. Junge Menschen haben das berechtigte Anliegen, Orte zum Feiern haben zu wollen. Aber auch Anwohner:innen haben das berechtigte Bedürfnis nach Ruhe und Erholung in den eigenen vier Wänden. Um einen Ausgleich zwischen diesen Interessen zu finden, wollen wir die Nachtbürgermeister stärken. Darüber hinaus möchten wir ein größeres Bewusstsein für eine sichere Feier- und Heimweg-Kultur schaffen. Wir setzen uns ein für mehr Präventionsarbeit gegen sexuelle Belästigung und K.O.-Tropfen sowie für Möglichkeiten des sichereren Heimwegs, insbesondere für Frauen und Mädchen. Hierzu sollen bestehende Angebote wie “ Luisa ist hier!“ und das Frauennachttaxi gestärkt und weiter ausgebaut werden.
Nachts nach Hause zu kommen, funktioniert in Heidelberg schon deutlich besser als im ländlichen Raum. Sobald man aus Heidelberg aber ins Umland kommen will, steht man oft vor großen Problemen. Wir wollen daher das Angebot in der Stadt vergrößern und die Moonliner-Verbindungen verbessern. Diese sollen allen einen sicheren Nachhauseweg bieten.
Alkohol im Verkehr ist eine große Gefahr, die vor allem von eRoller- und Fahrradfahrenden unterschätzt wird. Deshalb wollen wir mit einer Awarenesskampagne auf die Gefahren und Folgen von Alkoholkonsum im eRoller- und Radverkehr aufmerksam machen und so zur Sicherheit im Stadtverkehr beitragen.
Jugendkriminalität ganzheitlich lösen
Jugendkriminalität ist ein Problem, das einen ganzheitlichen Ansatz zur Lösung erfordert. In einem Haus des Jugendrechts arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendgerichtshilfe gemeinsam unter einem Dach an Lösungen und Perspektiven für straffällig gewordene Jugendliche. Die guten Erfahrungen aus anderen Städten wie Mannheim oder Ludwigshafen mit Häusern des Jugendrechts möchten wir auch in Heidelberg nutzen und ein entsprechendes Haus des Jugendrechts Heidelberg eröffnen. Teil eines ganzheitlichen Konzeptes zur Bekämpfung von Jugendkriminalität muss vor allem ihre Prävention sein. Um treibenden Faktoren für Jugendkriminalität, wie Perspektivlosigkeit oder mangelnden Räumen für die persönliche Entfaltung junger Menschen entgegenzuwirken, bedarf es umfassender Angebote für Jugendliche aller sozialen Hintergründe. Insbesondere durch die
Förderung von sozialer Arbeit an Schulen und die Verfolgung eines wissenschaftlich informierten Ansatzes kann Jugendkriminalität langfristig und nachhaltig bekämpft werden.
Politische Beteiligung und Teilhabe junger Menschen stärken
Junge Menschen werden in unserer Gesellschaft oftmals unterschätzt. Sie sollen mehr Verantwortung erhalten und Entscheidungen autonomer treffen können. Das wollen wir fördern.
Kommunalpolitik lebt von der Beteiligung der gesamten Vielfalt an Bürger:innen. Gerade die Beteiligung von jungen Menschen muss hier gestärkt werden. Dafür wollen wir Jugendliche durch kommunale Empowerment-Programmen fit machen und empowern, sich einzubringen. Notwendige Voraussetzung dafür ist auch, dass Kinder und Jugendliche in unserer Stadt gute Bedingungen für ihre Entwicklung vorfinden. Deshalb wollen wir die städtische Kinder- und Jugendarbeit stärken.
Bürger:innenbeteiligung ist bei vielen Prozessen in der Stadt vorgesehen, aber nur wenige Bürger:innen nutzen diese Möglichkeit. Hier heißt es: mehr Information bedeutet mehr Teilhabe. Wir wollen umfassender, besser und zielgruppenspezifischer über Partizipationsmöglichkeiten informieren, diese niedrigschwelliger gestalten und die Bürger:innen in die Lage versetzen, an den Entscheidungen in der Stadt teilzuhaben.
Die wichtigste Informationsquelle für die meisten Menschen ist heutzutage das Smartphone. Die Stadt muss sich an die Entwicklungen unserer Zeit anpassen und ihre Heidelberg-App weiter ausbauen und verbessern. Wir wollen, dass über die Angebote und Anlaufstellen in unserer Stadt hinreichend und zeitgemäß informiert wird. Alle Informationen von Müllentsorgung über Verwaltungsleistungen bis Veranstaltungen in der Stadt müssen bequem per Smartphone in der App für jede:n auf einen Blick abrufbar sein.
Neben städtischen Angeboten wollen wir auch eine Plattform für private Angebote, Events und Veranstaltungen in der Stadt bieten. Diese Plattform in der Heidelberg-App soll die Informationsquelle schlechthin werden, für alles, was in unserer Stadt passiert.
Heidelberg als Cannabis-Modellstadt, damit ein verantwortungsvoller Konsum mit Jugendschutz, Aufklärung und Prävention ermöglicht wird.
Der Konsum von Cannabis wird ab 2024 legal sein – vor diesem Hintergrund halten wir eine geordnete und verantwortungsvolle Legalisierung mit einem Schwerpunkt auf Jugendschutz, Aufklärung und Prävention für zwingend notwendig. Ein offener und vertrauensvoller Jugendschutz kann aus unserer Sicht nur erfolgen, wenn Jugendliche aufgrund ihres Konsums nicht kriminalisiert und ins Abseits gestellt werden. Das kann beispielsweise über Präventionsprogramme in Schulen erfolgen, wo Jugendliche sensibilisiert und über mögliche Risiken aufgeklärt werden. Eine zweite Säule des Jugendschutzes sehen wir in der Austrocknung von Schwarzmärkten, da hier minderwertiges, gestrecktes Cannabis unkontrolliert verkauft wird und darüber hinaus Zugang zu „härteren Drogen“ bietet.
Wenn Heidelberg in diesen Punkten eigene Akzente im Legalisierungsprozess setzen will, ist für uns die einzige Möglichkeit eine Bewerbung als Cannabis-Modellstadt. Dies haben wir bereits im Gemeinderat beantragt und wir werden weiter dranbleiben, damit die Bewerbung Erfolg hat. Während der Modellphase von 5 Jahren sollen dabei unter wissenschaftlicher Begleitung Produktion, Vertrieb und Abgabe von professionell hergestellten Cannabis in lizensierten Fachgeschäften ausschließlich an Menschen ab 18 Jahren erfolgen. Durch die kontrollierte Abgabe muss somit nicht mehr auf Schwarzmärkte ausgewichen werden, was deren Austrocknung begünstigt.
Darüber hinaus macht der Konsum von Cannabis derzeit die Hälfte der gesamten Rauschgiftkriminalität deutschlandweit aus – bei der Legalisierung würden die Justizbehörden aus unserer Sicht und dadurch frei gewordene Kapazitäten können unter anderem für Kontrollen der Cannabisabgabestellen genutzt werden.