Diversität und Gleichstellung

Heidelberg ist bunt und vielfältig

Das bereichert unsere Stadt und macht sie so erfolgreich, egal ob an der Uni, in den Ausbildungsberufen oder im Kulturbereich. Wir wollen diese Vielfalt bewahren. Dazu gehört für uns als SPD eine klare Haltung gegen jegliche Form von Diskriminierung. Als unsere Aufgabe verstehen wir es auch, marginalisierte und benachteiligte Gruppen sichtbar zu machen, sie zu empowern und ihnen ein gleichberechtigtes Leben und Wirken zu ermöglichen.

Feministische Sicht auf die Stadt

Zur Gleichstellung der Geschlechter gehört die Berücksichtigung der verschiedenen Bedürfnisse in unserer Stadtplanung. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen allerdings, dass Frauen in der Stadtplanung lange Zeit vernachlässigt und ihre Bedürfnisse nicht berücksichtigt wurden. Laut einer Studie der Stadt Heidelberg nehmen 83 % der Frauen Umwege in Kauf, um Orte und Wege mit schlechter Sicht, Dunkelheit, Enge und fehlenden Fluchtmöglichkeiten zu vermeiden. Dazu kommen mangelnde Barrierefreiheit oder die beschränkte Erreichbarkeit von Orten mit dem ÖPNV. Frauen wünschen sich in der Stadt eine bessere Ausleuchtung, mehr Gemeinschafts- und Aufenthaltsflächen, breitere Gehwege und Abstellmöglichkeiten für Lastenräder. Die SPD Heidelberg bekennt sich daher zu den Zielen der feministischen Stadtplanung. Wir wollen die Partizipation von Frauen in politischen Prozessen stärken. Wir streben eine entsprechende Gestaltung und Durchführung der Beteiligungsprozesse, so dass eine gleichberechtigte und gleich wirksame Beteiligung von Frauen, Mädchen und queeren Menschen – vor allem mit Hinblick auf Behinderungen und klassistische Gesichtspunkte – entsteht.

e und Methoden in den Stadtplanungsprozess einbinden. Dazu gehören etwa Sicherheitsaudits, Erkundungsgänge, partizipative Kartierung und andere Ansätze, in die Frauen und Mädchen, queere Menschen und Menschen mit Behinderungen einbezogen werden. So können wir die Bedürfnisse und Entwicklungsschwerpunkte in Heidelberg identifizieren und entsprechende Verbesserungen herbeiführen. Flankierend müssen die für die Planung maßgeblichen Daten präziser nach Geschlechtern aufgeschlüsselt und die an der Kommunalplanung beteiligten Akteure entsprechend geschult werden.

Deutlich wird das Bedürfnis nach interessengerechter Stadtplanung vor allem im Bereich Wohnen. Grundrisse werden meist an den Bedürfnissen klassischer Familienbilder ausgerichtet: Mann, Frau, Kind. Gerade für Alleinerziehende ist dieser Wohnungszuschnitt jedoch oftmals nicht passend. Daher wollen wir über die GGH als kommunales Wohnungsunternehmen die bereits bestehenden Angebote für Alleinerziehende deutlich ausweiten und bei Neubauten und Sanierungen auch die Bedürfnisse von Alleinerziehenden bei Fragen des Wohnungszuschnitts stärker berücksichtigen.

Bei Themen wie Diversität und Gleichstellung ist eine gute, bürger:innen-nahe Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit wichtig, weil diese Themen für Bürger:innen manchmal schwer greifbar sind. Wir wollen Bürger:innen für diese Themen sensibilisieren und sie dort abholen, wo sie stehen. Deshalb wollen wir die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt weiter verbessern und einen klaren Fokus auf zugängliche und umfassende Information der Bürger:innen legen.

Sicheres Heidelberg durch Umsetzung der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene

Die Istanbul-Konvention ist das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Die Konvention ist Anfang 2018 in Deutschland in Kraft getreten. Als völkerrechtlicher Vertrag wirkt sie als Verpflichtung für Bund, Länder und Kommunen sich verstärkt im Gewaltschutz, in der Gewaltprävention und im Hilfesystem für von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen einzusetzen. Die SPD Heidelberg setzt sich für die Umsetzung der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene ein. Dies beinhaltet neben der Fortführung und Weiterentwicklung bestehender Beratungs- und Hilfestrukturen sowie der Präventionsarbeit auch die Ausweitung des Bereichs Täterarbeit und Männerberatung. Nur durch gezielte Präventionsarbeit und individuelles Anti-Gewalttraining lässt sich die Gewaltspirale durchbrechen.

Auch im öffentlichen Raum erfahren viele Frauen allzu oft Belästigung oder Missbrauch. Unter dem Begriff Catcalling werden verschiedene Formen der verbalen sexuellen Belästigung zusammengefasst, etwa sexuell anzügliches Rufen, Reden, Pfeifen oder sonstige entsprechende Laute im öffentlichen Raum. Betroffene suchen für diese verbale Gewalt oft die Schuld bei sich selbst, fühlen sich entwürdigt und wissen nicht, wie sie mit diesen Situationen umgehen sollen. Deshalb wollen wir eine entsprechende Anlaufstelle für Sicherheit im öffentlichen Raum schaffen, um Betroffene zu beraten und durch entsprechende Sicherheitskonzepte, Informationskampagnen und Workshopangebote für das Thema zu sensibilisieren – insbesondere die Polizei, die Verkehrsbetriebe (RNV, VRN) und die Night Coaches sehen wir hier in Verantwortung. Diese soll, besonders im Akutfall, niedrigschwellig erreichbar sein, etwa über Messenger und Social Media.

Einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit von Frauen und Mädchen im nächtlichen Stadtleben leistet seit 1992 das Frauennachttaxi. Damit kommen Frauen und Mädchen ab 14 Jahren und Hauptwohnsitz in Heidelberg zwischen 22 und 6 Uhr sicherer innerhalb Heidelberg nach Hause. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir erhalten! Derzeit kostet ein Fahrschein 6 Euro. Wir wollen das Angebot durch eine soziale Staffelung weiter entwickeln und so sozial ausgewogener und gerechter machen.

Im Heidelberger Nachtleben bietet zudem mit dem Angebot „Luisa ist hier“ die Möglichkeit diskret Hilfe in Anspruch zu nehmen, etwa in Fällen von Belästigung beim Feiern. Durch die Frage „Ist Luisa hier?“ kann man dem Personal der teilnehmenden Locations und Geschäfte signalisieren, dass man Hilfe braucht und an einen sicheren Ort in der Location gebracht werden möchte. Diese Kampagne wollen wir finanziell stärker unterstützen, damit mehr Locations und Geschäfte in Heidelberg teilnehmen und so die Sicherheit in der Stadt verbessert wird.

Politische und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen stärken

In deutschen Großstädten gibt es mehr Bürgermeister mit dem Vornamen Thomas als Bürgermeisterinnen insgesamt. Das allein symbolisiert die Unterrepräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik. Wir wollen Frauen bei ihrem Weg in die Kommunalpolitik unterstützen und empowern und hierfür ein entsprechendes Mentoringprogramm auf den Weg bringen. Hierbei soll die kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte mit dem Personalamt zusammenarbeiten. Wir sehen die Kommunalverwaltung auch intern in der Pflicht, stärker für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu sorgen, insbesondere im Bereich Personal, bei Bewerbungen, Beförderungen und Ausschreibungen.

Diversität in der Stadtverwaltung

Die SPD Heidelberg setzt sich dafür ein, dass die Stadtverwaltung beim Thema Diversität als Arbeitgeberin mit gutem Beispiel vorangeht. Hierfür sehen wir den Abbau von Barrieren und Strukturen, welche Diversität im Weg stehen und insbesondere die Entwicklung und Etablierung einer Diversity-Strategie (Diversity Management) als entscheidend an.

perioHDe

Zu gleichberechtigter Teilhabe gehört auch die notwendige ökonomische Ausstattung. Das Thema der sog. „Perioden-Armut“ haben wir mit wichtigen Pilotprojekt perioHDe in Heidelberg ins Bewusstsein gerufen. Mit dem Projekt wird Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, indem das zu Unrecht schambesetzte Thema offen angesprochen wird und gleichzeitig Periodenprodukte von der Kommune finanziert werden. Wir wollen nach Abschluss und Evaluation des Pilotprojekts dieses anhand der gewonnenen Erkenntnisse auf alle Schulen und öffentlichen Gebäude sowie auf den öffentlichen Raum in Heidelberg ausweiten.

Frauen-Power für Heidelberg: das Frauenberatungszentrum

Die Angebote für Frauen in unserer Stadt, insbesondere Beratung, sollen in einem Frauenberatungszentrum zusammengeführt werden. Durch eine Bündelung der Kräfte sollen die Angebote noch besser genutzt werden und für Bürger:innen sichtbarer und einfacher zugänglich gemacht werden.

Weibliche Wirtschaftspower für Heidelberg: Gründungszentrum für Frauen

Die Gleichstellung der Geschlechter muss auch im Wirtschaftsleben vorangetrieben werden. Frauen sind im Berufsleben und Unternehmer:innentum immer noch nicht gleichgestellt und haben oftmals andere Bedürfnisse als der durchschnittliche
männliche Gründer. Deshalb wollen wir Frauen bei der Gründung unterstützen und – gerne im Frauenberatungszentrum – ein Gründungszentrum für Frauen einrichten. Dieses soll insbesondere den Zugang zu gründungsrelevanten Informationen und zu konkreter Unterstützung bieten, Empfehlungen geeigneter Beratungs- und Veranstaltungsangebote vermitteln sowie dazu beitragen in Heidelberg ein Umfeld zu schaffen, in dem Frauenunternehmen entstehen und wachsen können. Bei der Konzeption soll die Wirtschaftsförderung, die kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte sowie die Kontaktstelle Frau und Beruf mit einbezogen werden. Außerdem soll der Umfang und das Angebot der Beratungstätigkeit der Kontaktstelle Frau und Beruf in Heidelberg ausgeweitet werden.

Alleinerziehende in Heidelberg unterstützen

Gerade Alleinerziehende sehen sich oft zahlreichen Herausforderungen gegenübergestellt. In Heidelberg sollen sie deshalb schnell, zielgerichtet und umfassend beraten und unterstützt werden. Hierfür soll eine spezielle Anlauf- und Beratungsstelle geschaffen werden. Die hilver-App (aktuell für die Zielgruppe Senior:innen) soll auf die Gruppe der Alleinerziehenden ausgeweitet werden.

Insbesondere alleinerziehende Mütter und ihre Kinder sind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Alleinerziehende Mütter haben ein überproportionales Risiko erwerbslos zu sein oder in atypischen Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnsektor zu arbeiten. Die Folgen sind kaum aufholbare Brüche im Erwerbsleben mit entsprechenden finanziellen Einbußen, Altersarmut sowie Kinderarmut bei den betroffenen Kindern. Die zentrale Ursache dafür ist die erschwerte Integration in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse aufgrund vielfacher struktureller Hürden für Alleinerziehende. Unser Ziel muss sein, neben den finanziellen Unterstützungsleistungen von Bund, Land und Kommune, diese strukturellen Hürden abzubauen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Alleinerziehende steht vor ganz eigenen Herausforderungen, insbesondere aufgrund von äußerst begrenzten Zeitressourcen der Betroffenen. Für eine gelungene Arbeitsmarktintegration sind Alleinerziehende im besonderen Maße auf ein umfassendes und flexibles Kinderbetreuungsangebot in der Nähe ihrer Wohnung und des Arbeitsplatzes angewiesen. In dem von uns geforderten Frauenzentrum soll es daher Unterstützungsangebote für Alleinerziehende aus einem Guss geben. Speziell die Themen Wohnen, Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuung sollen nicht als separate Herausforderungen verstanden, sondern als gemeinsamer Problemzusammenhang bearbeitet werden. Das Entstehen von sozialem Wohnraum für Alleinerziehende in der Nähe flexibler Kinderbetreuung und potenziellen Arbeitsstellen muss ermöglicht werden. Zudem brauchen Alleinerziehende einen priorisierten Zugang zu besonders flexiblen Betreuungsplätzen. Die Stadt soll Alleinerziehende dabei unterstützen, diese Betreuungsmöglichkeiten wahr- sowie sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen anzunehmen.

Aufgrund ihrer Mehrfachbelastung im Privatleben sind Alleinerziehende häufig in Politik und Zivilgesellschaft unterrepräsentiert. Die Stadtverwaltung soll durch gezielte Ansprache von Betroffenen und Interessenverbänden dafür sorgen, dass die Bedürfnisse von Alleinerziehenden in Planungsprozessen der Stadt ausreichend repräsentiert werden. Dies steht im Einklang mit der von uns geforderten feministischen Perspektive auf die Stadt.

Wahrung der reproduktiven Rechte von Frauen

Die SPD Heidelberg bekennt sich klar zum Selbstbestimmungsrecht von Frauen und ihren reproduktiven Rechten. Die Beschäftigung mit Reproduktionsthemen, wie reproduktive Rechte, Kinderwunsch und Schwangerschaft kann Betroffene vor
große Herausforderungen stellen – insbesondere gleichgeschlechtliche Paare. Wir wollen deshalb eine Anlaufstelle für diese Themen in das Frauenberatungszentrum integrieren, um den Bürger:innen eine zentrale Anlaufstelle für diesen Themenbereich zu bieten und sie so zu entlasten.

Zur Wahrung der reproduktiven Rechte gehört auch die Schaffung bzw. der Erhalt der hierfür notwendigen Infrastruktur und medizinischen Versorgung. Die Uniklinik in Heidelberg bietet keine Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregel an. Wir halten es für nicht tragbar, dass eine vom Land getragene Klinik diese Grundversorgung nicht anbietet. Daher sorgen wir in Abstimmung mit der Uniklinik dafür und setzen uns auf Landesebene dafür ein, dass Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregel in Heidelberg künftig durchgeführt werden.

Gleichberechtigte Teilhabe auch im Alter

Alter schafft Zukunft: Wir leben in einer alternden Gesellschaft. Der Rat der Europäischen Union hat die Mitgliedstaaten daher aufgefordert, aktives Altern zu einer Priorität zu machen. Aktives Altern bedeutet, Menschen dabei zu helfen, ihr Leben so lange wie möglich selbstständig zu führen und sich gesellschaftlich beteiligen zu können. Wir wollen diesen Ansatz auch in Heidelberg stärken. Daher wollen wir eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme zu diesem Thema in Heidelberg auf den Weg bringen und ein fortlaufendes Monitoring einführen, um „Aktives Altern“ in kommunalen Entscheidungsprozessen besser berücksichtigen und voranbringen zu können. Selbstständigkeit im Alter hängt auch in der Rente von bezahlbarem Wohnraum, ausreichend Pflegeplätzen und funktionierenden Stadtteilen ab. Altern muss dort möglich sein, wo man zu Hause ist, und darf nicht Entwurzelung und Anonymität bedeuten.

Der demografische Wandel vollzieht sich in jedem Stadtteil anders, das macht kleinteilige und spezielle Entwicklungen, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadtteile notwendig. Die SPD will, dass sich Menschen jeden Alters miteinander treffen, Einkäufe erledigen und Veranstaltungen, Konzerte, Theater und Kino besuchen können. Dazu brauchen wir ein barrierefreies, kostengünstiges und wohnortnahes Nahverkehrsangebot mit Straßenbahn, Bus und Ruf-Taxen mit ausreichender Bedienungsdichte. Fahrpläne mit großer Schrift und klarer Gliederung sind einfacher zu lesen.

Die Seniorenzentren als wichtige Kristallisationspunkte in den Stadtteilen sind in ihrer Beratungskompetenz neben dem Pflegestützpunkt im Amt für Soziales und Senioren zu stärken. Ein Konzept hierfür ist die Etablierung von zusätzlichen Familientreffangeboten innerhalb der Seniorenzentren. Hier sollen durch Fachpersonal und ehrenamtlich ausgestaltete „Generationenprojekte“ gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren alle Fragen zur Betreuung, Erziehung und Gesundheit beantwortet werden.

Günstige, barrierefreie Wohnungen werden für alle Altersgruppen gebraucht. Deswegen will die SPD weiterhin für eine Durchmischung verschiedener Altersgruppen über ein ausreichendes Wohnangebot für Senior:innen, günstige Mieten und Barrierefreiheit sorgen. Ebenfalls werden wir uns dafür einsetzen, dass schnelle, unkomplizierte Hilfen beim Umzug in eine altersgerechte Wohnung oder unbürokratische finanzielle Hilfen beim Umbau in eine altersgerechte Wohnung gewährt werden. Ein Quartiersmanagement oder soziale:r Hausmeister:in sollen den Alltag von Seniorinnen und Senioren sowie deren Angehörigen erleichtern.

Denn: Wer heute eine altersgerechte Stadt baut, hat im Alter eine altersgerechte Stadt.

Selbstständigkeit und Selbstbestimmung in der Stadt

Heidelberg ist eine Stadt zum Wohlfühlen, eine Stadt, in der es sich gut leben lässt, eine Stadt, in der man gern jung ist und gern älter wird. Leider gilt das in Heidelberg noch nicht für alle. Manchmal fehlt das Geld und wenn das Geld fehlt, lebt es sich auch in einer guten Stadt schlecht. Manchmal fehlt der Freundeskreis und Einsamkeit macht die Tage lang. Deshalb ist es eine wichtige Aufgabe der Stadt, auf die Lebensqualität der Älteren zu achten, sie zu verbessern, Wohnen und Wohnumfeld zu aufzuwerten. Jedoch gilt es auch auf die Lebensqualität der Jüngeren gleichermaßen zu achten, denn arm und einsam zu sein ist keine Frage des Alters. Hier wollen wir ein Projekt „Präventive Hausbesuche“ anstoßen, um den Interessen der Betroffenen mehr Raum zu geben.

Heidelberg ist eine junge Stadt, gleichwohl wird der Anteil älterer und pflegebedürftiger Menschen in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Deshalb arbeitet die SPD für eine Versorgung durch Dienste, Einrichtungen und Information und eine gute kommunale Infrastruktur für Mobilität, Nahversorgung, Wohnen, Sport, Freizeit und ein gutes kulturelles Angebot. All dies soll mithelfen, sich in Heidelberg sicher und wohl zu fühlen, um auch der Pflegebedürftigkeit möglichst vorbeugend zu begegnen.

Wir unterstützen die Fortschreibung des „Wegweiser für ältere Menschen“ der Stadt Heidelberg. Dabei gilt die Aufmerksamkeit dem 12. Sozialgesetzbuch, die Altenhilfe nach § 71 SGB XII, wonach Städte und Kreise ein Mindestmaß an Beratung und offenen Hilfsangeboten sicherstellen sollen. Was für viele eine „freiwillige Leistung“ ist, die sich auch mal schnell wegsparen lässt, ist für uns eine „Pflichtaufgabe der Kommunen“. Der Pflegestützpunkt als zentrale Anlaufstelle der Stadt Heidelberg für behinderte, kranke und ältere Menschen ist dabei ein wichtiger Baustein. Wir regen zur Vorbereitung eine Altenhilfestrukturplanung bzw. deren Fortschreibung mit Finanzplanung für Heidelberg an – frühe Vorsorge spart spätere Kosten.

Sich auf den Weg machen und ankommen

Die SPD will, dass sich auch die Älteren in der Stadt frei, gut und sicher bewegen können, um die täglichen Besorgungen zu erledigen und um Veranstaltungen wie Konzerte, Theater und Kino oder auch die Seniorenzentren in den Stadtteilen zu besuchen. Dazu ist ein gut zu nutzendes Nahverkehrsangebot nötig. Und was für „die Älteren“ gut ist, ist auch gut für alle anderen.

Straßenbahn- und Bushaltestellen sollen mit überdachten Sitzgelegenheiten und einer gut lesbaren Infotafel ausgestattet sein.

Auch wenn es in der Landesbauordnung fehlt und auch wenn uns Vandalismus und Schmutzfinken das Leben schwer machen – zur Mobilitätsinfrastruktur gehören ausreichend viele öffentliche, offene und funktionsfähige Toiletten.

Weiter-Bildung

Die Älteren in Heidelberg können u.a. auf die breiten Angebote der „Akademie für Ältere“ und der Volkshochschule (VHS) zugreifen. Diese Einrichtungen müssen von der Stadt Heidelberg weiterhin gefördert werden. Außerdem bietet die Universität Heidelberg im „Studium ab 60“ unter dem Motto „lebenslanges Lernen“, Lernraum für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, vom weiterbildenden Studiengang bis zum Gasthörerstudium.

Wir wollen das Projekt „Digitaler Führerschein“ des Mehrgenerationenhauses Heidelberg auf alle Stadtteile ausweiten. Wir sind gegen den Zwang, bestimmte Dienstleistungen nur noch online erhalten zu können – das Leben ist analog – aber wir wollen die Möglichkeiten verbessern, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden: Der digitale Führerschein hilft den Umgang mit Internet und Smartphone kennenzulernen: er hilft durch Onlinebanking den Weg zur Bank zu sparen, er hilft die Enkel in der Ferne öfter zu sehen und die eigene Gesundheit besser zu beobachten.

Wohnen und leben im Quartier

Günstige, barrierefreie oder wenigstens barrierearme Wohnungen werden für alle Altersgruppen und in allen Größen gebraucht. Gegenwärtig besteht noch immer ein erheblicher Mangel an alters- und alternsgerechtem Wohnraum. Deshalb wollen wir – auch zur Dämpfung der Mietpreise – den Anteil öffentlicher und bezahlbarer Wohnungen deutlich steigern, denn die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GGH besitzt heute nur etwa 10 % aller Wohnungen in Heidelberg.

Auch in Heidelberg sehen wir den Trend zu neuen Wohn- und Lebensformen und die Vielfalt des Wohnens und Lebens, nicht nur in der älter werdenden Stadtgesellschaft und in hohem Alter. Genossenschaften und Wohnprojekte wollen wir als wichtige Träger im kreativen Wohnungsmarkt fördern. Dabei ist eine gute Versorgung im Wohnumfeld wichtig, beispielsweise durch eine gute medizinische Versorgung, Geschäfte und Dienstleistungseinrichtungen in der Nähe der Wohnung.

Gemeinschaftliche Wohnformen können eine Möglichkeit sein, ein selbstbestimmtes Leben mit Hilfe und Unterstützung in einer vertrauten Gemeinschaft und in einer gewohnten Nachbarschaft zu verbinden. Dies wollen wir in den Quartieren baulich und funktional unterstützen. Dabei wollen wir die Durchmischung verschiedener Altersgruppen und Lebenslagen unter Einschluss von Seniorinnen und Senioren erleichtern – nicht zuletzt, um der zunehmenden Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken.

Wir wollen bei der Stadtverwaltung und bei den Seniorenzentren die Einrichtung von Ansprechstellen einrichten, bei denen sich ältere Menschen über die Möglichkeiten der Finanzierung altersgerechter Umbauten in ihren Wohnungen informieren können.

Interessenten für einen Wohnungstausch sollten sich registrieren können. Immer mehr ältere Menschen leben in großen Wohnungen, die nicht mehr ihrem Bedarf entsprechen. Sie wären bereit, ihre Wohnung gegen eine kleinere zu tauschen, wenn dies bei der Miete und auch hinsichtlich des Umfelds interessant wäre. Die Umzugskosten dürfen dem Wohnungstausch dabei nicht im Wege stehen, wofür eine entsprechende Förderung nötig wäre.

Wir wollen eine kluge altersgerechte Stadtentwicklungsplanung, mit der in Heidelberg in Kooperation mit dem Universitätsklinikum auch ein Demenzdorf im PHV möglich wird. Ein Demenzdorf ist ein Pflegeheimareal, welches Dementen das Gefühl eines normalen Umfeldes vermittelt, in dem sie sich frei bewegen und vertraute Erledigungen des Alltags erleben können.

Rainbow City Heidelberg weiter denken

Heidelberg bekennt sich als Mitglied des „Rainbow Cities Network“ zur Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queerer (LGBTQI+) Menschen. Dieses klare Bekenntnis zu Freiheit, Gleichberechtigung und Vielfalt wollen wir in Heidelberg noch stärker und bewusster nach außen tragen. Daher wollen wir in Heidelberg, in Abstimmung mit den queeren Gruppen, eine Demonstration analog zu Christopher Street Days (CSD) veranstalten, um ein Zeichen für die Wichtigkeit von Diversität und Gleichstellung in der Stadtgesellschaft zu setzen. Mit einem solchen Pride March soll auch in Heidelberg die soziale Akzeptanz und Selbstakzeptanz sowie Errungenschaften von LSBTTIQA+-Personen sichtbar gemacht und gefeiert werden.

Queere Strukturen verstetigen und sichern

Als SPD Heidelberg freuen wir uns, dass die von uns unterstützte Forderung nach einem queeren Space in Heidelberg Realität wird! Damit dieses Zentrum mit Leben gefüllt wird, wollen wir es durch städtische Mittel dauerhaft unterstützen. Im alten Karlstorbahnhof sehen wir den idealen Standort für eine dauerhafte Nutzung auch über die aktuell beschlossene Zwischennutzung hinaus.

Die renommierten und etablierten Beratungs- und Anlaufstellen für queere Menschen in Heidelberg, wie PLUS, Queer Youth, die Aidshilfe oder das Antidiskriminierungsbüro sollen in ihrer Finanzierung dauerhaft gesichert werden.

trans und inter Menschen in Heidelberg stärken

Die Stadt Heidelberg soll eine Beratungsstelle für trans und inter Personen finanzieren. Hier soll auf die Expertise der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (dgti) zurückgegriffen werden.

Heidelberg Queer Safety

Queere Menschen sind in besonderem Maße von Angriffen und Gewaltandrohungen im öffentlichen Raum betroffen (siehe Studie „Sicher Out“ von PLUS). Damit queere Menschen in Heidelberg vor allem nachts sicherer nach Hause kommen können, sollen queere Nachttaxischeinen, nach dem Vorbild des Frauennachttaxis, eingeführt werden. Die Ausgabe der queeren Nachttaxischeine könnte über den Queer Space oder andere queere Beratungs- und Anlaufstellen erfolgen.

Heidelberg Queer Families

In Heidelberg sollen Beratungskompetenzen für queere Menschen mit Kinderwunsch und bei der Familienplanung und weiteren Familienthemen aufgebaut, etabliert und dauerhaft finanziert werden. Außerdem soll das Jugendamt hier mit einbezogen und queersensibel geschult werden.