Heldinnen und Helden des Alltags – auch in der Lohntüte?

Stadtblattartikel vom 01. April 2020

Mathias Michalski

„In der Krise beweist sich der Charakter“ hat Helmut Schmidt einmal sinngemäß gesagt.

Wenn ich Menschen sehe, die im Supermarkt an der Kasse sitzen, im Lager- und Logistikbereich für Nachschub sorgen und sich dann noch anpflaumen lassen müssen, weil den nicht-tierischen Hamstern freundlich gesagt wird, dass asoziales Verhalten nicht geht – dann ist das Charakter, liebe Heidelbergerinnen und Heidelberger!

Ob Rettungsdienst und Sicherheit, die Lebensmittelversorgung, der Gesundheits- und Pflege- und Reinigungsbereich, der Öffentliche Dienst, die Erzieherinnen und Erzieher in der Notbetreuung, Liefer- und Postdienste und alle Beschäftigten (die jetzt nicht explizit genannt aber genauso gemeint sind), die sich darum kümmern, dass der Laden weiterhin läuft: Ihr habt Respekt und Dank verdient und nach der Corona-Krise müssen wir uns auch darüber unterhalten, dass man einerseits die Anerkennung mündlich ausspricht und andererseits von dieser Wertschätzung auch was in der „Lohntüte“ ankommt!

Wir müssen bei allen Beschäftigten wieder über den Wert von Arbeit reden. Die angeblichen Leistungsträger sitzen nämlich nicht in den Vorstandsetagen großer Unternehmen. Die Leistungstragenden sitzen im Supermarkt an der Kasse, passen auf unsere Kinder auf oder fahren uns mit der Straßenbahn zum Bismarckplatz.

Viele Beschäftigte, die ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, werden nicht so bezahlt, wie sie es verdient hätten und leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Wenn Sie das nächste Mal im Supermarkt sind, kann man sich auch einfach mit einem Lächeln bedanken und wertschätzen, dass da jemand für Sie und mich da ist