Digitale Aktionswoche zum IDAHOBIT 2020

Heidelberg, 21. April 2020. Am 17. Mai findet weltweit der „International Day Against Homo-, Bi-, Inter- and Trans*phobia“ (IDAHOBIT*) statt, also der Internationale Tag gegen LSBTTIQ+ Feindlichkeit. Zum sechsten Mal wird der Aktionstag nun in Heidelberg begangen – dieses Jahr allerdings anders als gewohnt.

Durch das Corona-bedingte Versammlungsverbot ist das IDAHOBIT*-Konzept in der bisherigen Form leider nicht umzusetzen. Deswegen haben sich die Aktiven des Queeren Netzwerk Heidelberg kreative Lösungen überlegt und gemeinsam mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg umgesetzt.

Statt einer einzelnen Aktion am 17. Mai wird es eine ganze Aktionswoche geben, die unter dem Motto #MyRainbowCity steht, denn die Stadt Heidelberg bewirbt sich aktuell um die Aufnahme ins internationale „Rainbow Cities Network“.

Das Rainbow Cities Network ist ein internationaler Zusammenschluss von Städten, die sich der Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queerer Menschen verpflichten. Im Zuge der Bewerbung setzt sich die Stadt Heidelberg zum Ziel, den Diskriminierungsschutz und die Sichtbarkeit von LSBTTIQ+-Menschen weiter zu stärken – wie bei der IDAHOBIT*-Aktionswoche.

Für die Woche vom 11. Mai sind deshalb zahlreiche Aktionen geplant. Online wird es eine Video- und Foto-Kampagne geben, die queere Menschen und Unterstützer*innen dazu aufruft ihr queeres Heidelberg vorzustellen und Wünsche für Heidelberg als „Rainbow City“ zu formulieren.

Außerdem werden einzelne Veranstaltungen der Gruppen aus dem Queeren Netzwerk digital stattfinden. Queer Youth plant ein Online-Quiz mit Gewinnspiel und vom Queerfeministischen Kollektiv wird eine digitale Talk-Runde am 15.5. zum Thema „Breaking the silence – Jetzt sprechen Wir Queers“ stattfinden.

Offline wird es 100 Plakate im gesamten Stadtgebiet geben, die zum Mitmachen aufrufen. Diese wird durch eine Regenbogenfahnen- und „Selfmade-Plakat“-Aktion für den eigenen Hausflur, den Bäcker um die Ecke, den lokalen Supermarkt oder auch Apotheke begleitet.

Als Höhepunkt der Aktionswoche findet dann am Sonntag, den 17. Mai um 16.45 Uhr eine digitale Kundgebung mit Redebeiträgen von Bürgermeister Wolfgang Erichson, einer Vertretung des Queeren Netzwerks und einem Live-Auftritt von Leopold statt.

Um 17.05 Uhr startet dann der digitale „Rainbow-Flash“ – dieses Jahr nicht mit Luftballons, sondern mit Konfetti vor dem heimischen Computer.

Wir möchten alle Interessierten und auch die Presse recht herzlich einladen:

Digitale Kundgebung zum IDAHOBIT* 2020

17. Mai 2020, 16.30-17.30 Uhr

Die Kundgebung ist online zu finden unter folgendem Link. Eine Einwahl ist auch per Telefon unter der Nummer 0695 050 2596 möglich (Meeting-ID: 790 5274 9047, Passwort: 496205).

Weitere Informationen zur gesamten Aktionswoche gibt es unter www.queeres-netzwerk-hd.de und auf Facebook: www.facebook.com/QueerHD.

Kontaktieren Sie uns bei Rückfragen gerne unter info@queeres-netzwerk-hd.de oder telefonisch: 0176 966 12 913.

Die Aktionen anlässlich des IDAHOBIT* 2020 werden organisiert vom Queeren Netzwerk Heideberg in Kooperation mit dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg und Mosaik Deutschland e.V. gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Das Queere Netzwerk Heidelberg ist ein überparteilicher und weltanschaulich nicht gebundener Zusammenschluss von Gruppen, Vereinen und Initiativen, die sich gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Herabwürdigung und für geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung stark machen.

Hintergrund IDAHOBIT*

Seit 2004 wird der IDAHOBIT* am 17.05. begangen. Ziel des Aktionstages ist es, auf die Diskriminierung und Menschenrechtsverletzung gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität aufmerksam zu machen und mehr Respekt ihnen gegenüber einzufordern. Dieser Tag findet mittlerweile in über 130 Ländern statt, inklusive 37 Ländern, in denen homosexuelle Liebe gesetzlich verboten ist. Das Datum wurde in Erinnerung an die Streichung von Homosexualität aus der Liste psychischer Krankheiten durch die Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 1990 gewählt. Gleichzeitig erinnert der 17. Mai auch an den §175 StGB. Dieser stellte sexuelle Handlungen zwischen Männern in Deutschland seit 1872 unter Strafe und wurde erst 1994 gänzlich aufgehoben. Das Datum hat somit eine doppelte symbolische Bedeutung.

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