Bürgerentscheid Ankunftszentrum

Mit „Ja” stimmen beim Bürgerentscheid am 11. April

Gegen die Verlagerung des Ankunftszentrums für Geflüchtete in die Wolfsgärten.
Für ein Patrick-Henry-Village, bei dem Menschen und nicht Investoren zählen.

#stadtgehtmiteinander – Unser Plan: Soziale Stadtentwicklung

Heidelberg hat die Chance einen neuen Stadtteil auf den Konversionsflächen des Patrick-Henry-Villages zu errichten. Wir wollen einen nachhaltigen Stadtteil, in dem jede und jeder leben, wohnen, arbeiten, lernen und sich wohlfühlen kann:

  • mit preisgebundenem Wohnraum für bezahlbare Mieten für alle Einkommen
  • mit Arbeitsplätzen für alle Qualifikationen
  • mit zukunftsorientierten Bildungseinrichtungen und Ausbildungsmöglichkeiten
  • mit Vereinen, Organisationen für Begegnungen, Sport und Freizeitmöglichkeiten
  • mit einem integrierten Ankunftszentrum als Zeichen von Weltoffenheit und sozialem Verantwortungsbewusstsein

#stadtgehtmiteinander – Unser Plan für den Stadtteil PHV

Kritiker behaupten, ein Ankunftszentrum verdränge dringend benötigten Wohnraum.

Wir stellen klar: Wir wollen an Stellschrauben drehen, statt beides gegeneinander auszuspielen. Aktuell werden pro Person durchschnittlich 42m2 Wohnfläche im PHV zugrunde gelegt. Wenn man den Durchschnitt auf 36m2 pro Person senkt, v.a. durch eine Erhöhung des Anteils von Wohnungen für Familien und alternativen Wohnformen, können bereits etwa 1.500 Menschen mehr im neuen Stadtteil leben. Zusätzlich kann durch die Aufstockung der Bestandsgebäude um ein Stockwerk (z.B. von 3 auf 4) ebenfalls mehr Wohnfläche ohne zusätzlichen Flächenverbrauch geschaffen werden.

Kritiker behaupten, ein Ankunftszentrum verdränge Arbeitsplätze und Gewerbefläche.

Wir stellen klar: Wir wollen, dass die Menschen, die im PHV arbeiten auch möglichst dort leben. Das ist ein konkreter Beitrag gegen das hohe Verkehrsaufkommen in und um Heidelberg. Deshalb sollen die 500 Arbeitsstellen im Ankunftszentrum berücksichtigt werden. Die bisherigen Berechnungen gingen von über 7.000 möglichen Arbeitsplätzen aus, geplant und beschlossen ist aber ein Mix von 10.000 Bewohner*innen und 5.000 Arbeitsplätzen. Das Ankunftszentrum würde also schon 10% der Arbeitsplätze erfüllen. Auf den Flächen C2 und C3 sind ca. 500 Arbeitsplätze vorgesehen, also fügt es sich nahtlos in den Masterplan ein

#stadtgehtmiteinander – Unser Plan für das Ankunftszentrum

Ein Ankunftszentrum in Randlage des PHV ist möglich, wenn Politik, Stadt und Raumplaner das möchten. Konkret möglich wäre z.B. dieser Plan:

Alternativer Standort Ankunftszentrum im PHV

Die Bestandsgebäude auf den östlichen Baufeldern C2+C3 werden ökologisch sinnvoll saniert und aufgestockt, als Unterkunft für die Geflüchteten. Für die Registrierung, die Versorgung, die medizinische Untersuchung sowie das Asylverfahren im BAMF wird ein funktionaler Neubau errichtet. Das ist eine kompakte und platzsparende Lösung und benötigt deutlich weniger als 10% der vorhandenen Fläche im PHV. So behält Heidelberg ein vorbildliches und menschenwürdiges Ankunftszentrum. Die dort untergebrachten Menschen haben Anbindung an einen Stadtteil, gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten und alles ohne zusätzliche Flächenversiegelung.

#stadtgehtmiteinander – Nein zu den Wolfsgärten. Warum?

Ein Ankunftszentrum in den Wolfsgärten ist isoliert und von drei Seiten mit Autobahnen und Bahngleisen eingekeilt. So fühlen sich Geflüchtete nicht willkommen, wenn sie zum Teil schreckliche Dinge in ihrer Heimat und auf ihrem Weg nach Europa und Deutschland erlebt haben.

Zwar leben viele Menschen an Bahntrassen oder Autobahnen, aber selten gibt es Wohngebiete, die gleichzeitig an einer fünfgleisigen verkehrsreichen Bahnstrecke und zwei viel befahrenen Autobahnen verbunden mit einem Autobahnkreuz liegen. Der hierdurch entstehende Lärm und die Luftverschmutzung sind nicht zu vermeiden.

Neuigkeiten

Faktencheck Ankunftszentrum

Muss das Ankunftszentrum aus Patrick Henry-Village heraus, damit der Stadtteil entwickelt werden kann?

Die Planungen der Stadt und der internationalen Bauausstellung Heidelberg gehen davon aus, dass ungefähr 10.000 Einwohnenden und 5.000 Arbeitsplätze im Patrick-Henry-Village (PHV) Platz finden. Diese Einwohnerzahl sei die Mindestgröße für einen funktionierenden Stadtteil. Für ein soziales und funktionelles Zusammenleben der Menschen eines Stadtteils bedarf es in der Tat einer gewissen Größe, damit sich Einrichtungen wie Schulen, Freizeiteinrichtungen, und Geschäfte des täglichen Bedarfs und Restaurants lohnen. Die Berechnungen für den neuen Stadtteil ergaben bisher noch einen deutlichen Überschuss bei den Arbeitsplätzen und einen Mangel bei den Einwohnenden. Die Geflüchteten würden das Verhältnis der Einwohnenden erhöhen, aber gleichzeitig auch ca. 500 Arbeitsplätze in den Stadtteil integrieren. Die bisherigen Planungen für PHV müssten angepasst werden.

Verhindert das Ankunftszentrum nötigen Wohnraum?

Wie gesagt, ist eine Erstellung preiswerter Wohnungen auch mit einem Ankunftszentrum für Flüchtlinge möglich, sogar in größerer Zahl als in den Planungen bisher vorgesehen. Hierzu ist jedoch eine Sichtweise erforderlich, die sich am Gemeinwohl, an dem, was die Stadt braucht, orientiert. Z.B. könnten die Ziele für die Fläche pro Einwohner angepasst werden und der Anteil im hochpreisigen Segment reduziert, bzw. aufgegeben werden.
Investoren, die die größtmögliche Rendite möchten und nicht an einer sozialen Durchmischung interessiert sind, brauchen für uns nicht in PHV investieren.

Wird das Ankunftszentrum in der Größe oder Form später einmal nicht mehr gebraucht, können die Gebäude in der isolierten Lage der Wolfsgärten nicht anderweitig genutzt werden. Im neuen Stadtteil könnten die Gebäude sehr viel leichter integriert und umgenutzt werden.

Viele Menschen leben an Bahntrassen oder auch an Autobahnen, was ist in den Wolfsgärten anders?

Selten gibt es Wohngebiete, die an einem Autobahnkreuz, also zwei sich kreuzenden Autobahnen und einer fünfspurigen Bahntrasse gleichzeitig liegen. Außerdem sieht die Unterbringung in den Wolfsgärten ein isoliertes Zentrum vor, das von drei Straßen/Bahn-Seiten umgeben ist und keine Angliederung an weitere Wohngebiete bietet. Der Platz ist sehr knapp und wird kaum Möglichkeiten zur Erholung oder Integration bieten.

Warum ist uns ein Ankunftszentrum in einem Stadtteil so wichtig?

Dass es im Ankunftszentrum nicht um Integration gehe, steht nirgends. Es wird aber von Verantwortlichen immer wieder gern vorgetragen. Die Wirklichkeit und die wissenschaftlichen Erkenntnisse stehen dieser Auffassung jedoch entgegen. Viele Geflüchtete wollen die Menschen, das Land, die Sprache kennenlernen, sobald sie im Land sind. Sie suchen Kontakt, Gesellschaft und Unterstützung.

Integration bzw. Inklusion lässt sich nicht aufschieben auf einen späteren Zeitpunkt. Sie existiert, sobald Menschen auf der Flucht ein Land betreten. Es ist ein stetiger, auch widerstreitender Prozess. Eine solidarische Stadt aber nimmt hilfsbedürftige Menschen in ihrer Mitte auf, statt sie auszugrenzen. Das über Jahre gewachsene Netz an Helfer*innen wird mit der Verlagerung geschwächt und die Arbeitsbedingungen werden am neuen Standort deutlich schlechter sein.

Quellen: Masterplan Patrick-Henry-Village, Aussagen Innenministerium BW, Bündnis Ankunftszentrum HD

Unsere Bündnispartner*innen:

AK Umweltpolitik, NABU – Antifaschistische Initiative Heidelberg – Antirassismus vor Acht – Asylarbeitskreis Heidelberg – Attac Heidelberg – Ausländerrat Heidelberg -Bündnis für gerechten Welthandel – Bunte Linke Heidelberg – Chancen gestalten Heidelberg e.V. – DIE LINKE – Die PARTEI – Extinction Rebellion Heidelberg – FokusS Heidelberg – Fridays for Future Heidelberg – Grün-Alternative Liste Heidelberg – Heidelberg in Bewegung – Jusos Heidelberg – Linksjugend solid – Migration Hub – Seebrücke Heidelberg – Solidarity City – Volt Europa – VVN Heidelberg – Werkstatt Gesundheit – und viele Heidelberger Menschen