Bericht: Karl Marx – auch nach 200 Jahren noch streitbar

Karl Marx ist einer der einflussreichsten Vordenker der Arbeiterbewegung. Auch die Sozialdemokratie baut mit ihrem Leitthema „Soziale Gerechtigkeit“ auf seinen Ideen auf.  Bereits 1928 hat die SPD das Geburtshaus von Karl Marx erworben.  Es sollte als „Haus der Arbeiterschaft“ in Form eines Marx/Engels-Museums eröffnet werden.

Doch bereits 1933 wurde das Haus von den Nazis enteignet. Sie nutzten es als Druckerei für die NSDAP-Parteizeitung „Trierer Nationalblatt“. Seit 1968 ist das Haus eine Einrichtung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Zum 150. Geburtstag von Karl Marx, am 5. Mai 1968, wurde es durch Willy Brandt neu eröffnet und um eine Forschungsstelle ergänzt. Jetzt zum 200. Geburtstag wurde eine neue Dauerausstellung eröffnet. Sie widmet sich der Person Karl Marx sowie dem Gesellschafts- und Kapitalismuskritiker des 19. Jahrhunderts.

Die SPD Heidelberg hat die Ausstellung besucht. Einige der Teilnehmer/-innen haben aufgeschrieben, warum es ihnen wichtig ist, zum 200. Geburtstag von Karl Marx nach Trier zu fahren.

„Als ich 15 war, haben mich die Frühschriften von Marx beeindruckt, weil sie sprachlich und philosophisch so elegant sind. Sie waren mit ein Grund, mich politisch als Schüler in der SPD zu engagieren. Heute zieren die „blauen Bände“ noch immer meine Bücherwand, weil die Aktualität seiner Analysen für mich nicht nachgelassen hat.“

„Es gab und gibt sicherlich auch in der Zukunft viele Ökonomen. Karl Marx hat aber mit seinen Theorien 
die Welt und die Arbeitnehmerschaft regelrecht revolutioniert. Richtig verändert, Inhalte vermittelt die bis zur damaligen Zeit den meisten Menschen gar nicht bewusst waren. Vielen Menschen sind die Wahrheiten und Inhalte von Marx leider immer noch heute nicht bewusst. Man muss nicht Marxist sein um Marx und seine Theorien zu bewundern.“

„Großer Philosoph, ohne den das zwanzigste Jahrhundert völlig anders ausgehen hätte. Kinofilm: Der junge Marx (letzten August beim Open Air in Ludwigshafen angeschaut). Schule: Erinnern und Verstehen ist gesichert, weil es ein zentrales Oberstufen-Thema in der Schule in mehreren Fächern ist: Geschichte, Religion, Philosophie. Das dürfte sich nicht ändern. Fragen: Das (noch recht junge) Fach Wirtschaft in der Schule, neben Gemeinschaftskunde: Ist Marx‘ Ökonomie da ein Thema? Welche Beiträge kann die Trierer Ausstellung für verschiedene Schulfächer leisten? Ebert-Haus in Heidelberg: Was unterscheidet die Form und die Inhalte der Bundesstiftung Reichspräsident Friedrich Ebert Gedenkstätte mit Geburtswohnung von der Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Geburtswohnung in Trier? Welche Anknüpfungspunkte gibt es?“

„Was Karl Marx für mich bedeutet: Er war sehr mutig. Er hätte auf Grund seiner Herkunft viel leichter mit dem Strom schwimmen und ein privilegiertes Leben führen können. Er hat sich aber dafür entschieden, die Ungerechtigkeiten anzuprangern und auf die Armut der Arbeiter aufmerksam zu machen, obwohl er und seine Familie dadurch viele Schikanen und Entbehrungen erleiden mussten.“

„Für mich als VWL-Student ist Marx ein Quer- und Andersdenker, der trotz seiner dystopischer Prophezeiungen und seines Weltbildes eine Inspiration und eine Mahnung ist.“

Karl Marx sorgt in Trier noch heute für Streit. Eine 5,5 Meter hohe Statue des Philosophen – ein Geschenk der Volksrepublik China – mischte die Kommunalpolitik kräftig auf.

Hier gibt es noch eine fotografische Rückschau zur Trier-Exkursion: